Strahlentherapie des Krebses

Radiologische Brachytherapie

Einen statistisch kleinen, jedoch sich erweiternden Bereich nimmt die Brachytherapie (Kurzreichweitentherapie) ein: die Implantation strahlender Isotope in das Körperinnere. Einbringungsmethoden sind operativ implantierte Schlauch- oder Sondensysteme, kurzzeitig aktive Isotopennadeln, immunkörpergekoppelte kurzlebige Isotope oder im Fall der Schilddrüse radioaktives Jod, das in diesem Gewebe gespeichert wird. Dosishöhenkontrolle und Zugangsprobleme, auch bei schwer diffusiblen Immunmolekülen als Carrier, begrenzen die Indikationsbreite.

Radiologische Teletherapie

Mit wahrscheinlich über 90 % stellt die Teletherapie (durch die Haut) die Hauptstütze der Radiotherapie. Sie wurde bislang ausschließlich mit elektromagnetischen Wellen, entsprechend der Wellenlänge von Röntgenstrahlen, vorgenommen. Im Welle-/Teilchendualismus der Physik wird diese Strahlung als Photonenstrahlung bezeichnet.

Teletherapie-Methodenwechsel

In den letzten 50 Jahren erfuhr diese Therapie zwei Methodenwechsel: Von der einfachen Hochspannungsröntgenröhre (Orthovolttherapie, 0,5 Megavolt) zu den härteren Röntgen (bzw. Gamma)-Strahlen der Kobaltgeräte (1,2 bzw. 1,3 MeV), dann zu den besser bedienbaren Linearbeschleunigern mit noch energiereicherer und damit durchdringenderer Strahlung (15–30 MV). Bei Linearbeschleunigern werden in linear (oder auch kreisförmig) angeordneten Potenzialgefällen Elektronen kaskadenartig mehrfach beschleunigt. Sie treffen auf ein Target und lösen „harte" kurzwellige Röntgenstrahlung aus. Investitionsgrößenordnung pro Linearbeschleuniger derzeit ca. 4 Mio. €. Alleine durch diese Verbesserung der technischen Anwendbarkeit und Anwendungspräzision konnten über die Jahre statistisch signifikante Fortschritte bei der Krebsbekämpfung erreicht werden
(z. B. Prostatakarzinom von 10 % auf 60 % Überlebensrate).