Gästehaus

Das Gästehaus am Beispiel München

Die Protonenbestrahlung kann überwiegend ambulant durchgeführt werden - in Loma Linda zum Beispiel geschieht das in 95 % der Fälle. Patienten des RPTC, die mobil sind und im unmittelbaren Einzugsbereich des Centers wohnen, können also direkt von ihrem Wohnort zu den Bestrahlungssitzungen kommen. Für alle anderen steht während der Dauer der Behandlung ein angeschlossenes Gästehaus zur Verfügung.

Ambulante Therapie mit neuen Vorzeichen

Im traditionellen Verständnis bedeutet "ambulant" immer Minimalbehandlungen - im Gegensatz zu invasiven Therapien, die den Patienten so belasten, dass Bettruhe und Hospitalisierung unvermeidbar sind. Diese Auffassung durchzieht noch heute das gesamte gesundheitspolitische Denken und die daraus resultierenden Strukturen. Die ambulante Durchführung einer nicht nur oberflächlichen Krebsbestrahlung stellt etwas völlig Neues dar: Während die traditionelle Minimaltherapie überall flächendeckend vorgehalten werden konnte (Stichwort Hausarzt), ist die minimalinvasive Hightech-Krebstherapie mit Protonen nur in überregionalen Centern möglich. Das bedeutet für viele Patienten eine weite Anfahrt und die Notwendigkeit der Unterbringung in der Nähe des Centers. Im System der Sozialversicherungen gibt es dafür auf breiter Ebene noch keine Finanzierungsstruktur.

Die Wirtschaftsparameter des Gästehauses müssen daher auf die Vorstellungen der Sozialversicherungen Rücksicht nehmen: Einerseits soll nicht mehr als ein Basisangebot bereitgestellt werden - andererseits stammen die Vergleichszahlen der Sozialversicherungen gerade aus Krankenhäusern, die als Prestigeobjekte der öffentlichen Hände durchaus komfortabel gebaut worden sind.

Ein Hotel ergänzt das Gästehaus

Der überregionale und grenzüberschreitende Einzugsbereich des RPTC wird neben dem - schon ethisch gewollten - Anteil an Sozialversicherten auch Privatpatienten und anspruchsvollste Klientel umfassen, zum Beispiel aus dem Nahen Osten. Deshalb sind zwei Optionen der Unterbringung vorgesehen:

  • Das Gästehaus deckt den unteren und mittleren Bereich an Komfortwünschen ab.
  • Wer auf besonderen Luxus Wert legt, kann sich in einem Münchner Hotel der Oberklasse einbuchen, das durch ein Shuttle mit dem Center verbunden ist.

Der Baukörper Boardinghouse ist ästhetisch so konzipiert, dass er gemeinsam mit dem Therapieteil einen architektonischen Komplex bildet. Sinn ist es, die Anlage großzügig erscheinen zu lassen und das Hauptziel der Architekturanlage zu unterstützen: Durch eine offene Anmutung Eintrittshemmschwellen und Ängste gegenüber der Therapie zu minimieren.

Zulässig ist eine Belegung des Gästehauses mit folgenden Gruppen:

  • Priorität 1

    Patientenunterbringung. Das folgende Zahlenwerk (siehe Abbildung 1) ist auf den Wirtschaftsplänen des RPTC aufgebaut. Die durchschnittlich 15 Bestrahlungen an 6 Tagen jeder Woche schließen Belegungs-Wochenperioden aus.
  • Priorität 2

    Angehörige von Patienten.
  • Priorität 3

    Besucher und Personal des RPTC für Fortbildung, Ausbildung, Schulung, Wartung, Kongresse des RPTC.
  • Priorität 4

    Besucher spezifischer medizinischer Kongresse in München.